Warzwolf: In the Valley of the Shadow

Year1987
Label/DistributionRaindancer
FormatLP
Musical styleUS Metal
Additional infoInnersleeve with lyrics
Rarity grading
ShieldShieldShieldShieldShieldShield
5 out of 6 - Almost impossible to find!

Review

Das in Goldfarben gehaltene, einfach gestaltete aber geschmackvolle Cover regt unweigerlich den Speichelfluss an. Auch der Titel verspricht eine Edelmetallprägung. Wendet man diese Medaille aber, so stellt man mit Erschrecken jene anatomischen Feinheiten fest, die so gar nicht ins Weltbild eines Metallers passen. Haarspray und Kunstfrisuren, die den Betrachter selbst die Haare zu Berge stehen lassen und Schminke, mit der man Horden von Black Metal Bands versorgen könnte. Da fällt der eigenwillige Bandname, der nur noch von den US-Powermetallern MOX NIX zu toppen ist, auch nicht mehr ins Gewicht. Herrlich anmutend auch die verblüffende Ähnlichkeit eines Cody Pierce mit Thomas G. Warrior von CELTIC FROST, muss man gesehen haben. Was wird da wohl auf meine Lauscher losmarschieren? Der Opener ist ein unspektakulärer KISS-Rocker mit prägnanter Gitarrenarbeit, "Call Me" könnte durchaus der Feder Blacky Lawless' von WASP entsprungen sein, sehr nett. Die Songs drei bis fünf fallen unter die Rubrik "hätte man sich sparen können", lauwarme, langweilige und uninspirierte Seichtspüler ohne Tiefgang. Die aufkommende Panik wird durch Anwärmen der B-Seite mit "Black Hawk" reduziert, welches endlich mit einem vernünftigen METAL-Riff reinigend wirkt und sogar MANOWAR-Zitate auffährt, ein energisch-cooler Banger mit verbessertem stimmlichen Einsatz des Herrn Cole. "Sonorian Run" mit seinem Glocken/Wind Intro zerrt imaginär einstige METALLICA-Fragmente zu Tage, eine episch-düsterer Song, sehr gelungen. Der dritte Titel startet mit zartem Gitarrengeklimper, um alsbald in eine verspielte Rocklandschaft einzumünden, etwas für Kerzenabbrenner. Doch alles Gute kommt wie immer zum Schluss: Das vierteilige, über siebenminütige "La Tormenta" zeigt WARZWOLF's wahres Talent. Wieder ein Zupf-Intro, eingebettet in Windböen aus der Retorte, sich dramatisch steigernd und gipfelnd in eine MANOWAR-Pathos-Walze, die effektvoll durch Keyboard-Chöre untermauert wird. Hier sieht man vor dem volltrunkenen Auge einen Ritter mit seinem Schlachtross dem Sonnenuntergang entgegenreiten. Durch die nun ausgereiftere Gesangestechnik entstehenden WICKED ANGEL Reminiszenzen wird dieses Prachtstück mit seinem "We are the Warriors of Chinde"-Refrain gekonnt abgerundet. Hail !

Tracks
1) Animal Love
2) Call Me
3) Don't Sing Me The Blues
4) A Call To Arms
5) Gypsy Road

1) Black Hawk
2) Sonorian Run
3) Forever And A Day
4) La Tormenta
a) Silhouette Of Tears
b) The Storm Is Coming
c) Dinetkah
d) Chinde

Created / updated: 2011-01-17
Charly Reckendorfer