Jester: Same

Year1985
Label/DistributionErika Records
FormatMini-LP
Musical styleHeavy Metal
Additional infoReleased only on RED vinyl
Rarity grading
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3 out of 6 - Extremely rare!

Review

Alle Veröffentlichungen die auf dem kleinen Erika Label erschienen sind, sind heute gesucht und recht teuer. Diese Platte hier dürfte zu den unbekannteren Vertretern dieser Firma gehören. Sie wird kaum irgendwo angeboten und auch sonst kräht kein Hahn nach JESTER. Gerechtfertigt oder nicht, das ist hier die Frage. "Jail Break" startet die Platte mit recht schnellem melodischen US Metal und weiß dank der dezent eingestreuten progressiven Einflüssen sehr gut zu gefallen. Der Sänger treibt sich in recht hohen Tonlagen rum und klingt deshalb ab und zu etwas dünn, ist aber im großen und ganzen voll in Ordnung. "Let Me Love You" ist ein Song der nicht viel erhoffen lässt, wenn man nur den Titel liest. Erwartungsgemäß ist er auch recht weich, steigert aber beim Refrain die Härte und wird zu einem richtigen Ohrwurm. Auch hier interessant, die versetzte Taktführung. So etwas gefällt mir, wenn eine Band versucht, trotz dass die Musik recht simpel gehalten ist, leicht progressive und Artfremde Einflüsse zu verarbeiten. "Don’t Be A Fool" ist gleich gestrickt wie "Let Me Love You". Melodischer US Metal mit einer Vorliebe zu durchdachten Akustikparts. Als Draufgabe bekommt man auch noch ein sehr schönes zweistimmiges Solo zur Belohnung. Auch hier hört man wieder sehr schön heraus, dass es JESTER wichtig ist, auch Halbballaden so musikalisch wertvoll wie möglich zu gestalten. Das klingt jetzt alles, als wären sie die Proggötter schlechthin. Das beileibe nicht, es ist und bleibt normaler US Metal, jedoch mit einem Hauch Progressivität verfeinert. "Who’s To Blame" fällt dann qualitativ etwas ab, obwohl die gleichen Stilmittel verwendet werden. Jedoch weißt dieser Song eine etwas nervige Strophe vor und kann mich einfach nicht so recht überzeugen. Der 6 ½ minütige Abschlußtrack "Follower" wartet mit einem sehr guten instrumentalen Anfang auf und zeigt wo die Stärke JESTER's liegt: Melodischer, jedoch trotzdem knackiger US Metal mit viel Liebe zum Detail. Auch dieser Song verfügt über ein überlanges und sehr gutes Solo und weiß vollkommen zu überzeugen. Endlich mal eine melodische US Metal Scheibe, die nicht im Kommerz versinkt und viel Wert auf Eigenständigkeit legt. Ich weiß daher nicht, mit wem man JESTER vergleichen könnte. DOKKEN und co. sind zu kommerziell und zu weich. Egal, versucht euch einfach anhand dieser nichtssagenden Kritik eure Meinung zu bilden. Ich persönlich finde die Platte sehr gelungen und kann nicht verstehen, weshalb sie mit so großer Nichtachtung gestraft wird. Hier wird nämlich definitiv Qualität geboten, was man beileibe nicht immer behaupten kann!!

Tracks
Jail Break
Let Me Love You
Don't Be A Fool
Who's To Blame
Follower

Created / updated: 2011-01-17
Andreas Müller