Graven Image: Warn the Children

Year1987
Label/DistributionRockhouse
FormatPicture-LP
Musical styleHeavy Metal
Additional info-
Rarity grading
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3 out of 6 - Extremely rare!

Review

Auf die Knie und neigt Eure Häupter!!! Bis vor einigen Jahren war diese Pic.Disc noch bei einigen Händlern und diversen Mailordern erhältlich, mittlerweile ist aber auch diese Scheibe so gut wie komplett vom Markt verschwunden und es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis der geforderte Obolus und Sammlerwert einen dreistelligen Betrag erreicht. Angesichts des dargebotenen Materials ist hier aber bei GRAVEN IMAGE jede Mark bestens angelegt. Betrachten wir aber das Objekt der Begierde etwas genauer. Diese auf dem amerikanischen "Rockhouse Records" Label erschienene Pic.Disc wurde ursprünglich als normale Privatpressung im Jahre 1984 mit dem Titel "People In Hell Want Ice Water" veröffentlicht. Allerdings waren auf dieser Platte nur die beiden Tracks "Warn The Children" und "No Rest (For You)" vertreten, zudem ziert das Cover ein völlig anders Motiv. Für alle, die schon jetzt lüstern nach dieser Private Pressung gieren: Vergesst es, diese 12" ist zu 99% unauffindbar und wenn überhaupt, werden Irrsinns-Summen fällig. Begnügen wir uns also mit dieser "preisgünstigeren" und schöneren Version. Musikalisch hätten GRAVEN IMAGE das Zeug gehabt, DIE Power Metal Helden der Achtziger zu werden (aber leider wurde auch diese Band völlig übersehen...). Schon der flotte Einstieg mit "Warn The Children" treibt jedem Power Metal Freak die Freudentränen ins Gesicht. Treibende Drums, effektives metallisches Riffing und ein brillanter Sänger der sich nahtlos in dieses perfekte musikalische Gebilde einfügt. Wenn man bedenkt, das dieser Song aus dem Jahre 1984 stammt, erkennt man erst wie weit fortgeschritten und wegweisend das Material von GRAVEN IMAGE damals war. Der zweite Track "No Rest (For You)" ist ein mitreißender Stampfer, ebenfalls fulminant in Szene gesetzt und bietet eigentlich alles was man zum Leben braucht, geiles Riffing, famose Solis, hämmernde Drums,... Das Finale gipfelt dann in den bis dato unveröffentlichten Song "The House", bei welchem GRAVEN IMAGE den Titel "Unsterblicher Klassiker" bekommen sollten. Dieser Songs ist schon fast im Speed Bereich angesiedelt und jagt so dermaßen gnadenlos aus den Boxen, das einem fast unweigerlich der eiskalte Schauer über den Rücken jagt. Leider ist nach diesen drei Songs schon Schluss und hier kommt der einzige Kritikpunkt an "Warn The Children": Die Scheibe ist viel zu kurz und kommt einem abgebrochenen Sexualakt gleich. Man steht kurz vor dem O(h)rgasmus und zack bumm aus. Das soll's schon gewesen sein??? Platte umgedreht und gleich noch mal von vorne...Wenn es eine Band gibt von der ich mir ein komplettes Album wünschen könnte, dann wäre es neben einigen wenigen, definitiv GRAVEN IMAGE!!! Eine Götterscheibe vor dem Herrn und Ihr solltet nichts unversucht lassen und so schnell wie möglich ein Exemplar, dieser mit einem schönen Motiv aufgemachten Pic.Disc suchen. Besser kann man sein Geld nicht anlegen und sollte mal eben keine Frau im Hause sein, dann legt einfach "Warn The Children" auf - schöneren Sex gibt's nicht... Mit Vorsicht zu genießen ist die Angabe zur Auflagenhöhe. Ich beziehe mich bei dieser Angabe auf einem Hinweis in einem Katalog von Felix Lethmate, der die Scheibe damals in seiner Liste zum Verkauf angeboten hat und eben von einer Auflagenhöhe von 500 Stk. die Rede war. Ob diese Angabe stimmt, lässt sich nicht genau eruieren.



Was soll man zu dieser Scheibe noch sagen? Wer "Warn the Children" nicht in seiner Sammlung hat, dem fehlt eine der besten US Metal Scheiben aller Zeiten! Auf nur drei Songs demonstrieren Graven Image in mehr als eindrucksvoller Weise, wie man Metal spielen muss. Power, Refrains wie Nationalhymnen, Melodie... es gibt nichts, was man daran aussetzen kann - außer halt der kurzen Spielzeit und des Fehlens weiterer Lehrbeispiele metallischer Kunst. Must-Have!

Tracks
1) Warn The Children
2) No Rest (For You)
3) The House

Same tracks on side B

Created / updated: 2011-03-11
Charly Kogler, Stefan Wille