Veni Domine: 23:59

Year2006
Label/DistributionPrivate
FormatCD
Musical styleDoom Metal
Additional info-
Rarity grading
ShieldShieldShieldShieldShieldShield
0 out of 6 - Not rare at all!

Review

Ich bin nun wirklich nicht der allergrößte Doom-Fan, aber die Frühwerke von CANDLEMASS oder SOLITUDE AETURNUS laufen auch mir gut rein und hin und wieder gibt’s auch noch aktuelle Bands wie eben VENI DOMINE, die ich richtig geil finde. Bei 23:59 handelt es sich bereits um das fünfte Werk dieser begnadeten Band, die es schon seit 1992 gibt und dennoch im tiefsten Untergrund vor sich hin dümpelt. Schuld daran ist sicherlich nicht musikalische Stümperei, sondern vielmehr dieser verdammte elitäre Anspruch der White-Metal-Bewegung. Anstatt ihre Bands vernünftig zu promoten und auf Tour zu schicken, versucht man anscheinend, die Veröffentlichungen möglichst geheim zu halten, damit unchristliche Ohren nicht die geheiligte Musik der jeweiligen Band beflecken. So was ist einfach unprofessionell und nutzt weder der Band noch dem Label. Gerade bei einer endgeilen Band wie dieser könnte ich kotzen vor Wut, denn alle Outputs (außer dem mir unbekannten The album of labour) boten hochklassigsten epischen Power-Doom und das tun sie auch hier. Wobei sich der Eröffnungstrack Like I’m crucified als einigermaßen schwerverdaulich herausstellt, läuft er doch mit elektronischen Spielereien versehen äußerst zähflüssig aus den Boxen. Aber schon das nachfolgende Shine mischt brutal harte Gitarren mit schwermütiger Melancholie. Die ganze CD ist in Moll gemalt, ohne jemals in den bei Gothic-Hühern so beliebten Träller-Else-Metal zu verfallen. Und da das Leben kein Zuckerschlecken ist, machen es VENI DOMINE ihren Zuhörern auch nicht leicht. Die Songs sind nicht eingängig, auch wenn Valley of the visions geradezu leichtfüßig daherkommt und Sänger Fredrik Ohlsson einem eine Gänsehaut nach der anderen beschert. Der Refrain ist nicht von dieser Welt, zweifelsohne der Höhepunkt dieser CD. Der Gesang ist ohnehin überragend, stellt euch eine Mischung aus Geoff Tate und Eric Clayton von SAVIOUR MACHINE vor. Und dazu Gitarren, die die bleierne Melancholie stets zerschneiden wie ein Skalpell. Die ganze Scheibe ist erhaben, bedrohlich, beinahe allmächtig. Wahrscheinlich muss man in der tiefsten Hölle der Erfolglosigkeit stecken, um solche Mucke zu fabrizieren. Es liegt an euch, den Status der Band zu verbessern. Wer sich eine Mischung aus FORSAKEN, QUEENSRYCHE zur Mindcrime-Phase und SAVIOUR MACHINE vorstellen kann, sollte hier mal unbedingt reinhören.

Tracks
Like I'm Crucified
Shine
Patience, Receive
Electrical Heaven
Valley Of The Visions
Living Sequence
Burdens
Die Another Day
Brothers
Hyper Sober Nature
The Frozen

Created / updated: 2011-01-17
Stefan Wendle