Arrow: Diary of a soldier

Year1986
Label/DistributionBiem
FormatMini-LP
Musical styleHeavy Metal
Additional info-
Rarity grading
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3 out of 6 - Extremely rare!

Review

Monsterrare Swedish melodic item with plausible songs, refrains for several voices - and without keyboards! The singer could be a bit better, but does a good job. So, we have three great, powerful melodic songs and a fairly good ballad - every fan of EUROPE should hurry up and get it!



Eine monsterrare Scheibe aus Schweden! Arrow waren eine (weitere) starke Melodic Metal Band aus dem Norden, die Wert auf eingängige Melodien und mehrstimmige Refrains legten, ohne jedoch Keyboards einzusetzen! Somit bleibt den Songs immer noch genug Dampf, der nur durch die etwas schwachbrüstige Produktion gebremst wird. Der Sänger hätte sich im Lauf der Zeit sicher noch etwas steigern können, macht seinen Job aber auch gut, die Songs sind stark und eingängig, auch eine ordentliche Ballade ist (natürlich) am Start - sollte man sich vormerken! Schade, leider kam danach nix mehr.


1986 debütierten ARROW mit "Diary Of A Soldier", auf dem man die üblichen Ingredienzien manifestiert, die typischen schwedischen Melodic Metal der Marke EUROPE oder YNGWIE MALMSTEEN ausmachen: Kommerziell angehauchte Melodien, kernige Riffs und vorzüglich vorgetragene Solis, dazu dezent eingestreute Keyboards und mehrstimmige Refrains. Allerdings, wirklich umwerfend finde ich die vier Songs nicht! Die fünf Schweden haben zwar handwerklich ein ganz anständiges Debüt auf die Beine gestellt, das für meinen Begriff jedoch ein wenig zu "konstruiert" klingt. Hier hat man wohlwissend kopiert und gehofft, das man an den rigorosen Erfolg anschließen kann, den EUROPE 1986 mit deren Megaseller "The Final Countdown" einfahren konnten. Müßig zu erzählen, das ARROW mit dieser 12" kaum Beachtung fanden. Das liegt sicherlich daran, das die Scheibe keinen anständigen Vertrieb hatte und die Auflage der 12" eher minimal ist, denn gesichtet wird "Diary Of A Soldier" nur mehr in den allerseltensten Fällen. Zum anderen liegt der nicht ganz positive Eindruck meiner Meinung nach an der noch etwas unausgegorenen Stimme von Mattias Höijer. Seine klare Stimme wirkt einfach zu gedrückt und auf süß getrimmt, hört sich gelegentlich sehr unstabil an und man glaubt des öfteren, das dem Burschen gleich die Luft ausgeht und er unmittelbar aus den Latschen kippt. Es gibt freilich schlechtere Vokalakrobaten, aber neben den technisch sehr versierten Mitmusikern ist es einmal mehr der Sänger, der den berühmten Stein des Anstoßes setzt. Kompositorisch hingegen fällt vor allem das rockige "Tonight's The Night" und das ebenfalls recht flott vorgetragene Titelstück sehr positiv auf, die melodische Halbballade "Straight To Your Heart" geht in Ordnung, aber reißt mich nicht wirklich vom Hocker. Bei "Until The End Of Time" greift man allerdings viel zu tief in den triefenden Schmalztopf und es setzt schon einiges an Entschlossenheit voraus, um nicht nach einigen Minuten vor Langeweile sanft zu entschlummern. Der Sound könnte etwas mehr Druck vertragen, ist für eine Privat Pressung aber durchaus gelungen. Das ganz in schwarz / weiß gehaltene Cover ist allerdings ziemlich lau ausgefallen und wurde zudem in diesen typischen weichen Maxi Kartons gepresst, die ja nicht unbedingt die Sammlerherzen höher schlagen lassen. Na ja, seinem Genre entsprechend gibt es über "Diary Of A Soldier" eigentlich Grundsätzlich nichts wirklich schlechtes zu berichten, ob man dafür aber gewillt ist, einen relativ hohen Preis zu bezahlen, obliegt Eurem unbändigen Drang nach Obskuritäten. Zwei Jahre später gab es ein weiteres kurzes Lebenszeichen von ARROW in Form einer 7" ("The Only Way" / "A Better Run") bevor sich die Spur dieser Band verliert. Gitarrist Mats Ottosson und Drummer Magnus Tallaker finden sich in den Neunzigern bei einer weiteren schwedischen Formation namens RENEGADE wieder, die speziell in Japan einige Erfolge erzielen konnte. Kurios, das Magnus Tallaker bei dieser Band den Posten des Sängers übernommen hat...
(Charly Kogler)

Tracks
Diary of a soldier
Straight to your heart
Tonights the night
Until the end of time

Created / updated: 2011-03-08
Charly Kogler, Stefan Wille