Wrest: Living in a Cage

Year1989
Label/DistributionLM Records
FormatLP
Musical styleHeavy Metal
Additional infoInnersleeve with lyrics
Rarity grading
ShieldShieldShieldShieldShieldShield
2 out of 6 - Quite rare!

Review

"Hallo, ich bin eine sehr unterbewertete Platte und möchte gerne etwas mehr Aufmerksamkeit!!!" Ihr Metaller seid hier angesprochen. Wie könnt ihr eine Platte nur so sträflich missachten?! Ihr könnt die Entschuldigungsschreiben gerne schon mal vorbereiten. Also für alle, denen WREST nichts sagt, werde ich mal den Lehrer raushängen und meinen Zeigefinger erheben. Erschienen ist diese Platte 1989 auf dem kleinen LM Records Label (CRYING STEEL, SABOTAGE usw.) und ist daher recht schwer aufzutreiben. Das Cover ist aber ehrlich gesagt auch nicht gerade der Hit, sodass man sicherlich aus versehen über diese Platte drüberblättert. So, nun aber zu den 8 Songs: Es wird Powermetal der Extraklasse geboten!!! Der Standart ist verdammt hoch und hält internationalen Vergleichen stand. Die Musik, die uns WREST bietet ist kein stumpfer Powermetal, sondern durchdachter und teils progressiver Powermetal. Sie sind irgendwie anders als die meisten und haben das gewisse Etwas, was viele Italiener haben (ADRAMELCH, DARK QUARTERER usw.). Ich persönlich würde die Musik als technischen Powermetal umschreiben. Aber keine Angst, es ist Längen von WATCHTOWER oder so entfernt. Sie verstehen es einfach, Breaks und recht unübliche Rhytmen mit eingängigen Melodien zu paaren. Mir gefällt ihre Musik unglaublich gut, weil sie eben etwas recht unübliches machen. Alle Songs sind von gleich hoher Qualität und glänzen mit coolen Ideen, gutem Gesang und absolut erhabenem musikalischen Können. Der Sound ist zwar nicht richtig fett, könnte aber beileibe schlechter sein. Ich weiß gar nicht, wie ich dieses grandiose Werk noch schmackhaft machen könnte. Jedes Lied hat seinen eigenen Reiz und verarbeitet viele gute Teile. Der Abschlußtrack ist auch noch etwas besonderes: Hier singt eine Frau mit recht tiefer Stimme und im Gegensatz zur restlichen Musik wird hier ein orchestraler Song geboten, der wieder mal mit geilen Bassläufen begeistert. Ich bin jetzt mit meinem Latein am Ende, nur noch soviel: Wer auf anspruchsvollen Powermetal mit geilen Melodien und viel Ideenreichtum steht, der kommt an "Livin' in a Cage" nicht vorbei!!! Ich muss noch eine Bemerkung loslassen: Das sonst superbe "HM Raritäten aus Südeuropa" Buch schreibt etwas von durchschnittlicher Musik. Durchschnittlich? Jungs, hört euch lieber die Platte vorher an, bevor ihr halbherzig ein Urteil fällt. Man kann zu WREST stehen wie man will, aber durchschnittlich sind sie nie und nimmer!!!



"Livin' in a Cage" ist eine lupenreine Metal Scheibe, die ausschließlich am wirklich schwachen Sound krankt. Wrest verstanden es, sozialkritische Texte mal nicht in Thrash (wie so oft z.B. in den USA), sondern in flotten und sehr eigenständigen Metal zu verpacken. Das Ergebnis kann sich durchaus hören lassen, starke Melodien, passend eingesetzte Breaks und ein guter Sänger bilden das Gerüst für ein weiteres Italien-Highlight. Kuriosum am Ende: der Abschlusssong "Victim" wird von einer sehr tiefen weiblichen Stimme vorgetragen und zeichnet sich durch eine sehr düstere Stimmung aus, die dem sonstigen Tenor gründlich widerspricht. Bleibt festzuhalten, dass die Scheibe sehr selten ist und ihr Cover auch nicht gerade dazu beiträgt, gefunden zu werden. Sollte man als Sammler aber kaufen, sofern jemals gesichtet.

Tracks
1) Psychic TV
2) Livin' In A Cage
3) Calling The OWorld
4) Wall Of Silence

1) Weak Man
2) Glass Generation
3) Tears
4) Victim

Created / updated: 2011-03-27
Andreas Müller, Stefan Wille