Dark Ages: Saturnalia

Year1992
Label/DistributionVideo Star
FormatLP
Musical styleEpic Metal
Additional info-
Rarity grading
ShieldShieldShieldShieldShieldShield
4 out of 6 - Incredibly rare!

Review

Diese LP ist auf dem gleichen Label erschienen wie die Mini LP von MORGANA, von daher ist auch diese Scheibe sehr rar und auch recht teuer. Rein vom optischen und vom Feeling her, höre ich mir "Saturnalia" (ein klasse Titel, oder?!) immer wieder gerne an, obwohl es weitaus bessere Releases gibt. Ja das klingt jetzt schon hart, aber es entspricht der Wahrheit. Nur die Hälfte der Songs sind richtig stark, der Rest ist sogar schlecht. Ich gliedere das Review in zwei Teile, einmal für die guten Songs und einmal für die schlechten. Zuerst muss man sagen, dass die Platte einen komischen Sound hat, bei dem das Schlagzeug und der Gesang viel zu laut ist. Außerdem ist die Sängerin recht komisch. Mir gefallen ja Sängerinnen, aber hier meint man manchmal, es würde ein Kind singen. Das klingt bei den richtig geilen Songs cool und schafft ein unglaubliches Flair, aber bei den schlechten Liedern fallen sie dadurch noch mehr ab. "Screaming into the Dark" ist ein richtig guter, schneller und progressiver Opener. Hier stört auch der Gesang nicht, ganz im Gegenteil, obwohl die Stimme nicht unbedingt genial ist, aber eben doch etwas besonderes ausstrahlt. "Dark Ages" ist ein genialer, über 8 minütiger Epicmetal Song, der sehr atmosphärisch klingt. Hier kommt auch das Keyboard richtig fett rüber. Erinnert manchmal sogar etwas an DEATH SS und begeistert mich ungemein. Ein weiterer Killertrack ist das doomige "Killer Dreams", welches mal wieder erstklassig ist. "Twinlight" ist ein balladeskes Stück, das sehr düster und atmosphärisch ist. Diese 4 Songs sind wirklich spitze und haben durch die unzähligen Stimmungs- und Tempowechsel ungemein Tiefgang und sind sehr stimmungsvoll. Wie gesagt ist vor allem der Track "Dark Ages" oder "Killer Dreams" und "Twinlight" ein Glanzstück obskuren, epischen und stimmungsvollen Metals, bei dem auch der Gesang voll überzeugt. Leider gibt es mit dem fröhlichen "Fat Bob" und "Foll Race" auch zwei Totalausfälle, die sich im biederen Rock ’n’ Roll oder sogar Barmusik Gefilde bewegen. Widerlich!!! Leider können mich auch die Songs "Saturnalia und "Point of no Return" nur bedingt überzeugen, da recht gute, stimmungsvolle und progressive Teile von übler Kirchenband Musik abgelöst werden ("Foll Race"), oder einfach nur schnell, chaotisch und absolut nervtötend daherkommen, ohne jegliche Kontrolle erkennen zu lassen. Wie kommt man denn auf so einen Schwachsinn. Komischerweise sind in all den vier Songs auch einige wirklich starke Teile zu hören, aber dann folgt so ein Schrott, kaum zu glauben, muss man selber hören. Hier klingt auch die gute Sängerin ziemlich daneben (hoch und ein wenig schräg). Außerdem habe ich noch kaum sinnlosere Soli gehört als bei diesen Songs. Hauptsache schnell, aber ohne sinnvolle Melodieführung. Tja, trotz des harten Urteils ist doch 50% der Scheibe sehr empfehlenswert und genießt durch ihre Obskurität einen dicken Bonus bei mir. Ich empfehle sie auch gerne weiter, da eben 4 Songs wirkliche Hämmer sind. Aber seid gewarnt, denn "Saturnalia" ist von so wechselhafter Qualität wie der Süddeutsche Sommer. Wenn sonnig, dann richtig heiß, aber wenn nicht, dann gute Nacht!!!

Tracks
1) Screaming Into The Dark
2) Fat Bob
3) Saturnalia
4) Dark Ages

1) Point Of No Return
2) Foll Race
3) Killer Dreams
4) Twinlight

Created / updated: 2011-01-17
Andreas Müller