Adramelch: Lights from oblivion

Year2012
Label/DistributionPure Prog
FormatCD
Musical styleProgressive Rock
Additional info-
Rarity grading
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Review

"Irae Melanox" und "Broken history" waren zwei Ausnahmewerke im Prog-(Hard)-Rock. Selten konnte eine Band in verschiedenen musikalischen Lagern derart überzeugen. Der Prog-Fan hat die Metal-Scheibe "Irae Melanox" genauso im Schrank wie der beinharte Metaller. Das Nachfolgewerk -wieder bestückt mit epischen Songmonstern- war zwar keinen Deut schwächer, doch die lange Wartezeit von immerhin 17 Jahren ließ manchen seine einstige Lieblingsband aus den Augen verlieren,...jedoch niemals vergessen. Warum ist das so? "Lights of Oblivion", das dritte Album der Band in schlappen 25 Jahren Bandgeschichte gibt die Antwort.

Die Musik war und ist ungeheuer vielschichtig ohne dabei die Eingängigkeit außer Acht zu lassen. So sind ADRAMELCH -wenn überhaupt- eher mit einer Band wie SHADOW GALLERY als mit DREAM THEATER zu vergleichen. Das heißt nichts anderes als daß Songdienlichkeit über Technik geht. Beides beherrschen die Italiener selbstverständlich meisterhaft, aber die Musik will vor allem dem Musikfan und nicht nur dem Musikstudenten gefallen.

Natürlich steht hinter ADRAMELCH die gesamte Geschichte des italienischen Progressivrocks und ebenso natürlich haben die Musiker Bands wie LE ORME, PFM, QUELLA VECHIA LOCCANDA oder NEW TROLLS gehört, um nur einige herauszupicken. Und genau das wirkt sich positiv auf die Eigenständigkeit von ADRAMELCH aus. Sie verarbeiten Versatzstücke aus dem Italo-Prog der 70er mit Heavy Metal der 80er und zeitunabhängiger rockiger Eingängigkeit zu einem Ergebnis, dass sich eben anhört wie keine andere Band. Das ganze ist eingebettet in eine perfekte Produktion und wird damit zu Prog-Rock für Prog- und Nicht-Proghörer.

Soll ich wirklich einzelne Songs als Anspieltips herausgreifen? Eigentlich völliger Blödsinn. In jedem Song gibt es einiges zu entdecken. "Aelegia" kommt herrlich entspannt, "Truth lies" ist auf knapp 5 Minuten so abwechslungsreich wie bei anderen Bands ein Song von doppelter Länge. "Wonderful magician" ist eine Hymne die keinen wirklich gesungenen Refrain hat und deren Melodie sich gerade deshalb ins Gehirn frisst. "Beyond a lifetime" hat eine mega-einängige Hook die einen nach nur einmaligem Anhören verfolgt. Genug damit! Was soll ich noch groß erzählen oder was will ein Leser dieser Kritik noch mehr erfahren? Daß alle Songs auf höchstem Niveu sind und sich wohl jeder einen anderen Lieblingstitel herauspicken wird, oder daß ADRAMELCH Italiens Progressiv-Nr. 1 waren sind und bleiben? Jedem seine eigene Antwort und doch für alle die gleiche in Form von 62 Minuten genialer Musik: "Lights from Oblivion".

Tracks
Lights
Aelegia
Islands Of Madness
Truth Lies ...
Wonderful Magician
Beyond A Lifetime
Tides Of My Soul
Chiaroscuro
King (Of The Rain Of Tomorrow)
Pain After Pain
We March, We Fail
Oblivion

Created / updated: 2012-05-01
Stefan Riermaier