Formel 1: Live im Stahlwerk

Year1986
Label/DistributionAmiga
FormatLP, CD
Musical styleHeavy Metal
Additional infoone of the few East-Germany Metal LPs (DDR)
Rarity grading
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1 out of 6 - Getting hard to find!

Review

Ich weiß bis heute nicht, warum zum Teufel ich diese geile Platte nicht schon eher mal reviewed habe! Nicht nur, dass FORMEL 1 eine der wenigen in der DDR von der Obrigkeit mehr oder weniger geduldeten Bands waren, nein, schon damals machten sie sich einen Kopf, wie man die Vorurteile gegenüber den Metalfans abbauen könnte. Aber auch davon abgesehen waren die Jungs musikalisch voll auf der Höhe. Zudem kommt dazu, dass diese Platte – wie schon der Titel vermuten lässt – am 2./3. März 1986 in einem Stahlwerk, genauer dem Walzwerk Hennigsdorf, aufgenommen wurde. Und so böllert man nach einem 2-minütigem Intro auch gleich ordentlich mit Edelrocker los. Was soll man dazu schreiben? Hier regiert der Stahlhammer im Stile von IRON MAIDEN, PRIEST und ähnlichen NW-Bands. Da steht auch der folgende Track Mach keine Wellen von der vorher erschienenen Amiga-Single keine Gefangenen. Hier glänzt man mit einem herrlichen Refrain der zum Mitsingen animiert und durch eine geile Melodielinie getragen wird. Besonders hier merkt man, welch eine seltene Veranstaltung ein Heavy Metal-Konzert zur damaligen Zeit noch war, singt doch den Refrain weniger die Band als das Publikum! Und das zudem noch original und nicht irgendwie im Studio nachträglich eingespielt. Dies wird erst verständlich, wenn man den Stand des Metals in der DDR kennt und dann die Texte hört. Edelrocker zeigt einen Metalfan, nietenbehangen und in Leder, der jedoch auch nur ganz normal arbeitet und ein Bürger ist, der keinerlei böse Absichten hat. Und die Zeile ....leere Worte sind nichts für mich... aus Mach keine Wellen spricht wohl für sich und bedarf keiner weiteren Klärung. Danach schießen die Jungs die MAIDEN-Coverversion Hallowed by thy name ins danach lechzende Auditorium und beenden die erste Seite schließlich mit Wahnsinnsträume. Auch hier gibt es wieder Mitgröl-Refrain und bangerkompatible Sounds zu hören. Seite 2 wird mit dem langsameren Track Wär’ mein Leben programmierbar eingeläutet. Wohl ein sehr guter Leitspruch, der gerade heute mehr Bedeutung denn je haben dürfte oder sollte. Tja, wer von Euch kennt nicht den Sampler Geil auf Heavy Metal? Ich jedenfalls könnte mir gut vorstellen, dass der Name aus dem Song Heavy Metal von FORMEL 1 entlehnt sein könnte, ...denn sie waren unheimlich geil auf Heavy Metal!. Mit Der Weg nach oben und Der Fußballfan gibt’s dann noch mal ordentlich auf die Rübe, bevor man den Mob mit Breaking the law in den Abend entlässt. Dieses Album ist definitiv unverzichtbar für jeden ex-DDR-Metaller, alle Nostalgiker und vom musikalischen her sowieso für jeden Metaller empfehlenswert. Zwar ist das eine Live-Scheiblette, aber aufgrund der politischen Bedeutung, der authentischen Atmosphäre und weil sie ohne Nachbearbeitung daherkommt stellt dieses Album etwas Besonderes dar.

Tracks
1) Intro
2) Edelrocker
3) Mach Keine Wellen
4) Hallowed Be Thy Name
5) Wahnsinnsträume

1) Wär Mein Leben Programmierbar
2) Heavy Metal
3) Der Weg Nach Oben
4) Der Fußballfan
5) Breaking The Law

Created / updated: 2013-05-15
Marc Feuerherm